| Muay - Thai (Thaiboxen) ist mehr als nur ein Sport, es ist eine Kampfkunst oder besser gesagt eine über 2000 Jahre alte Kriegskunst aus Thailand.
Im Krieg mit Nachbarvölkern herrschte oft Mangel an "guten Waffen". So mussten sich die Thais im Zweikampf durchzusetzen. Nur nützliche Techniken konnten sie einsetzen um zu überleben!
Der spirituellen Hintergrund ist es ,was eine Kampfkunst ausmacht.
Und wie es bei asiatischen Kampfkünsten üblich ist, wird dieser durch viel Disziplin und Konzentration zu einer Einheit gebracht.
Diese geistige Basis nennt sich Rammuay (Boxtanz) oder Wai-Kruh (Verneigung vor dem Trainer / Meister). Bei diesem tanzähnlichen Ritual, huldigt ein Kämpfer seinen Trainer bzw. Meister.
Außerdem zollt man Respekt an Buddha und am König Rama (der König Thailands). Gleichzeitig wird während des Rammuay / Wai-Kruh der gesamte Körper physisch auf den Kampf vorbereitet(Streching).
Üblich ist, dass jeder Kämpfer den Rammuay / Wai-Kruh der eigenen Schule beherrscht. Daran erkennt man, welcher Schule der Krieger angehört.
Wichtiger Bestandteil des Muay-Thai ist der traditionelle Kopf und Armschmuck der Thaiboxer. Man nennt sie Mong Kong (Kopfkranz) und Prajeat (Armbänder). Vor dem Kampf wird der Mong Kong vom Meister an seinen Kämpfer übergeben.
Früher schrieben die Meister auch Glückwünsche darauf, um dem Kämpfer ihren und den Segen Buddhas zu übermitteln. Während dem Kampf wird der Mong Kong nicht getragen. Lediglich die Prajeat an den Armen werden auch im Kampf getragen.
Sie symbolisieren Stärke und sollen vor schweren Knie und Ellenbogenschlägen schützen.
Das Muay Thai ist dem Kickboxen ähnlich, wenn gleich noch effektiver.
Im Muay Thai sind zusätzlich zu den Tritten und Fausttechniken auch noch Ellbogen- und Kniestösse erlaubt,
dies macht das Muay Thai besonders im Nahkampf sehr effektiv.
Aus diesem Grund gilt Muay Thai seit Hunderten von Jahren bis heute als eine der härtesten Kampfsportarten überhaupt. In Thailand ist diese Kampfkunst Volkssport, der vielen Menschen dort als Touristenattraktion ihren Lebensunterhalt sichert.
Im Gegensatz zu früher können gute Kämpfer heutzutage sehr viel Geld verdienen. In Thailand kennen die zahlreichen Liebhaber dieses Sports nahezu jeden Boxer und schliessen regelmässig Wetten auf ihren Favoriten ab. Sie verfolgen die Kämpfe mit leidenschaftlichem Interesse, entweder live oder bei einer der mehrmaligen Übertragungen pro Woche im Fernsehen. Die I.C.B.O. hält sich beim Muay Thai stark an die thailändischen Regeln, d.h. Ellbogen- und Knietechniken sind zum Kopf erlaubt. Der Clinch wird nicht direkt unterbrochen. Bei Titelkämpfen müssen die Kämpfer den Wai-Kruh vorführen.
Erlaubte Kampftechniken:
alle Fausttechniken
alle Ellbogentechniken (bei A-Klasse Kämpfen wird ohne Ellbogenschützern
gekämpft und Ellbogen sind zum Kopf erlaubt)
alle Knietechniken (bei A-Klasse Kämpfen sind Knie zum Kopf erlaubt)
alle Fusstechniken zum Kopf, Körper und zu den Beinen
Festhalten des gegnerischen Körpers
Das Muay Thai ist nicht nur Wettkampfsport, sondern auch eine sehr effektive Selbstverteidigung. So werden z.B. sehr realistische und intensive Sparring zur Optimierung von Treffgenauigkeit, Beweglichkeit und den Reflexen trainiert. |